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Ein Tag in Kew Gardens – Wo London grün träumt

  • Roger
  • 5. Nov. 2025
  • 2 Min. Lesezeit

Ach, Kew Gardens! Wo sonst kann man sich so herrlich verlaufen, ohne dass es jemand bemerkt? Ich betrat dieses grüne Paradies mit dem Gefühl, eine kleine Weltreise zu unternehmen – und das alles in nur einem Spaziergang durch beeindruckende Gewächshäuser, gepflegte Wege und eine Landschaft, die selbst den Garten Eden etwas nervös machen würde.


Schon am Eingang empfing mich ein Duftgemisch aus exotischen Blüten, feuchter Erde und einer guten Portion britischer Gelassenheit. Die Pflanzen hier führen eindeutig ein königliches Leben – kein Wunder, schließlich sind die Royal Botanic Gardens in Kew seit 1840 eine nationale Institution und sogar UNESCO-Welterbe. Während draußen das Wetter typisch London spielt – mal Regen, mal Sonnenschein, meistens beides gleichzeitig – genießen die tropischen Bewohner in ihren prachtvollen Glashäusern stets bestes Klima.

Ein Spaziergang durch botanische Wunder


Ich begann meinen Rundgang im Palm House, einem wahren Schmuckstück viktorianischer Ingenieurskunst. Schon beim Eintreten beschlug die Brille vor lauter tropischer Luftfeuchtigkeit – ein sicheres Zeichen, dass man in einer anderen Klimazone gelandet ist. Zwischen meterhohen Palmen, Farnen und Bananenstauden fühlte ich mich wie ein Abenteurer im Dschungel – nur ohne Machete und Moskitos.


Ein paar Schritte weiter lockte das Temperate House, das größte viktorianische Gewächshaus der Welt. Nach einer aufwendigen Restaurierung erstrahlt es wieder in voller Pracht, und man könnte fast meinen, Queen Victoria selbst würde gleich zur Gartenführung erscheinen. Hier wachsen Pflanzen aus den gemäßigten Zonen aller Kontinente – von südafrikanischen Silberbäumen bis zu australischen Eukalypten.


Ein echtes Juwel ist auch der Japanische Garten mit seiner eleganten Pagode, den stillen Teichen und den kunstvoll geschnittenen Kiefern. Ich setzte mich auf eine Bank und beobachtete, wie die Koi-Fische träge ihre Bahnen zogen – vermutlich diskutierten sie gerade den neuesten Londoner Klatsch.


Hoch hinaus und tief durchatmen

Wer die Welt einmal aus der Sicht der Vögel erleben möchte, sollte den Treetop Walkway nicht verpassen – einen 18 Meter hohen Baumwipfelpfad mit spektakulärem Ausblick über das satte Grün. Hier oben rauscht der Wind durch die Blätter, und man vergisst für einen Moment, dass man sich nur wenige Kilometer vom hektischen Zentrum Londons entfernt befindet.


Zurück auf festem Boden lohnt sich ein Abstecher ins Princess of Wales Conservatory, wo gleich zehn Klimazonen aufeinander treffen – von der trockenen Wüste mit Kakteen bis zum tropischen Regenwald mit fleischfressenden Pflanzen, die freundlich, aber bestimmt um Aufmerksamkeit buhlen.


Britischer Charme, wohin man blickt

Natürlich darf ein klassischer Afternoon Tea nicht fehlen. Im Kew Gardens Pavilion Café stärkte ich mich mit frisch gebackenen Scones, Clotted Cream und einem Tee, der so

stark war, dass man fast einen Löffel darin hätte parken können. Draußen nieselte es wieder leicht, doch das gehört hier zum guten Ton – schließlich ist das britische Wetter bekanntlich mehr Unterhaltung als Ärgernis.


Fazit

Mein Tag in Kew Gardens war eine Reise durch die Welt der Pflanzen – lehrreich, entspannend und wunderbar charmant. Zwischen Palmen, Magnolien und viktorianischem Glas lernte ich nicht nur etwas über Botanik, sondern auch über das einzigartige britische Talent, das Wetter einfach mit einem Lächeln zu ignorieren.

Wer also dem Londoner Stadttrubel entfliehen möchte, sollte Kew Gardens unbedingt auf seine Liste setzen. Am besten mit einem Picknick im Grünen, einer Kamera im Gepäck – und dem festen Vorsatz, sich mindestens einmal zu verlaufen. 🌿🇬🇧


 
 
 

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